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„Von Göttervögeln und Vogelfängern“ – Beziehungen zwischen Menschen und Vögeln
Vortrag

Die ältesten bekannten Überreste des „modernen“ Menschen (Homo sapiens) stammen aus Marokko und sind etwa 300.000 Jahre alt. Viel früher setzte die Entwicklung der Vögel auf unserer Erde ein, sie begann bereits im Jura-Zeitalter vor etwa 150 Millionen Jahren. Somit kamen Menschen schon in ihrer frühen Entwicklungsphase mit Vögeln in Kontakt. Die Beziehung zwischen Vögeln und Menschen hat sich im Laufe der Zeit über eine “Jäger-Beute-Beziehung“ zu einer partnerschaftlichen Bindung entwickelt. Die Domestizierung von Hühnern und Gänsen hat schon vor etwa 10 Tausend Jahren begonnen. Vögel dienten aber nicht nur als Fleischlieferanten: Im Römischen Reich und im Alten Ägypten nutzte man den Orientierungssinn der Brieftauben zur Nachrichtenübermittlung. Die Jagd mit Greifvögeln hat sich besonders in Zentralasien vor etwa 4000 Jahren herausgebildet. In fast allen frühen Hochkulturen wurden Vögel als Götterboten oder Seelenführer verehrt. Die alten Griechen sahen in dem Adler, dem mächtigsten aller Vögel, eine Abbildung ihres Göttervaters Zeus, ein Symbol für Macht, Weitblick und Souveränität. Im antiken Rom war die Beziehung zwischen dem Kriegsgott Mars und dem Geier tief in der religiösen Symbolik und den Gründungsmythen der Stadt verwurzelt.

Der Vortrag vermittelt insofern die Entwicklung der Menschen und Vögel auf der Erde, schildert die Faszination, die von Vögeln ausgeht, befasst sich mit Wechselbeziehungen zwischen Kulturen und sog. „Göttervögeln“ und stellt schließlich den Vogelfang früherer Zeiten dem Fang zu wissenschaftlichen Zwecken von heute gegenüber. Auch der Begriff „birding“ wird erläutert, eine beglückende Freizeitbeschäftigung, der Millionen von Menschen auf der Erde in allen Kontinenten nachgehen.